Räucherpflanzen

Räuchern hat auch bei uns eine lange Tradition und viele Pflanzen welche bei uns wachsen können und wurden dafür verwendet. Durch das Sammeln und Trocknen der Pflanzen entsteht schon eine Verbindung, welche das Räuchererlebnis verstärken kann. Wenn wir ans Räuchern denken kommen uns Pflanzen oft wie weisser Salbei, Palo Santo oder Weihrauch in den Sinn. Viele einheimische Räucherpflanzen sind in Vergessenheit geraten oder es ist uns nicht mehr bewusst, dass sie oft vor unserer Haustüre wachsen und darauf warten von uns gesammelt zu werden.

Achten Sie beim Sammeln darauf, jeweils nur einen kleinen Teil der Pflanzen zu ernten, damit sie ungestört weiterwachsen kann. Pflanzen werden am besten am Morgen eines sonnigen Tages gesammelt, wenn der Morgentau getrocknet ist. Zum Trocken können sie in kleinen Büschel an einem schattigen Ort aufgehängt werden. Die getrockneten Pflanzen können in Gläser oder Baumwoll- und Leinenbeutel aufbewahrt werden. Bei der Aufbewahrung in Gläsern ist darauf zu achten, dass sie ganz durchgetrocknet sind und lichtgeschützt aufbewahrt werden. Vor dem Räuchern können sie mit dem Mörser zerkleinert werden. Zum Räuchern Sie verschiedene Pflanzen und Harze zusammen verwenden, vertrauen Sie Ihrer Intuition und Kreativität.


Schafgarbe

(Achillea millefolium)


Schafgarbe ist häufig auf Wiesen und an Waldrändern anzutreffen. An ihren filigran gefiederten Blättern lässt sie sich gut erkennen. Durch diese erhielt sie auch den Namen «Augenbraue der Venus».

Sie steht in Verbindung mit dem Mars, welcher auch für männliche Energie steht, und der Venus, welche weibliche Kräfte verkörpert. Durch die beiden Pole kann sie helfen in die eigene Mitte zu kommen und Einklang zu finden. Sie hat auch einen erdenden Aspekt und verleiht Kraft in schwierigen Zeiten. Eine Räucherung mit Schafgarbe fördert die Intuition und die feinstoffliche Wahrnehmung, wodurch sie sich gut zum Räuchern eignet, wenn man vor einer Entscheidung steht. Oft fand sie bei unseren Vorfahren Anwendung beim Orakeln und der Visionssuche. Bei einer Räucherung in den Raunächten ist sie meist ein Bestandteil. Das Räuchern intensiviert auch das Traumerleben.

Geräuchert werden die Blüten und Blätter. Beim Sammeln ist darauf zu achten die Pflanze zu schneiden, da sie sich meist nicht brechen lässt und bei Zug oft ausreisst.

Der Duftimpuls ist frisch und würzig und lässt sich sehr gut mit anderen Pflanzen und Harzen, wie zum Beispiel Süssgras oder Copal, kombinieren. Seien sie kreativ und folgen sie ihrer Intuition.



Johanniskraut

(Hypericum perforatum)


Ein typisches Merkmal von Johanniskraut ist, dass sich die gelben Blüten rot verfärben, wenn man sie zwischen den Finger verreibt. Auch weisen die Blätter transparente, lichtdurchscheinende Punkte auf. Traditionell wird Johanniskraut zwischen dem 21. Juni, der Sommersonnenwende, und dem 24. Juni, dem Johanni Tag geerntet. Dieses Jahr ist die Blütezeit wetterbedingt etwas später.

Geräuchert werden die Blüten und das Kraut.

Johanniskraut ist eine starke Lichtpflanze und erwärmt Herz und Seele. Das zarte Aroma hat eine stimmungsaufhellende Wirkung und hilft Spannungen abzubauen. Johanniskraut hilf schwere und dunkle Energien zu vertreiben und das Energiefeld, die Aura, zu reinigen.

Schon unsere Vorfahren räucherten Johanniskraut zu den Sonnenwenden oder bei einer Geburt. Auch Haus und Stall wurde geräuchert um Mensch und Tier zu schützen, auch vor Unwetter.

Ich mische es gerne mit dem Benzoe Siam, einem Harz, welches mit seinem warmen Duftimpuls das Herz berührt und Heilung unterstützt.


Waldmeister

(Galium odoratum)


Waldmeister findet man oft im Wald an schattigen Plätzen. Mit seinen Sternenförmigen Blätter bedeckt er den Boden wie ein Teppich. Seine Blütezeit ist von Mai bis Juni, wo er auch gesammelt werden kann. Er sollte im Schatten rasch getrocknet werden, da er sich bei zu langer Trockendauer schwarz verfärbt.

Das Räuchern von Waldmeister hat eine mildernde Wirkung bei Unruhe und Stress. Der warme, süsse Duft bringt vermittelt ein Gefühl von Leichtigkeit, Fröhlichkeit und Harmonie und fördert die Lebensfreude und Optimismus. In geringen Mengen kann er durch seinen Cumaringehalt mildernd bei Kopfschmerzen wirken. Bei einer zu hohen Dosierung kann es die Symptome aber verstärken.

 


Holunder

(Sambucus nigra)

Momentan steht der Holunder in seiner vollen Blütenpracht und verströmt seinen süssen, warmen Duft.

Er galt schon bei unseren Vorfahren als heilig und wurde mit viel Respekt behandelt. Oft wurde er beim Haus gepflanzt, da ihm Schutz vor Unglück und Krankheit zugesprochen wurde. Holunder steht mit der Göttin Holle in Verbindung.

Zum Räuchern werden die Blüten gesammelt und in Büscheln zum Trocknen an einem schattigen Ort aufgehängt. Zum Räuchern werden diese zerkleinert und auf der Kohle oder einem Räucherstöfchen (Bild 3) verräuchert. Durch seinen sanften Räucherduft kann er gut mit stärker riechenden Pflanzenteilen wie zum Bespiel Wacholderbeeren oder Fichtenharz gemischt werden.

Holunder wurde in verschiedenen Räuchermischungen zu den Jahreskreisfesten verwendet. Er unterstützt, wenn wir vor einer Lebensentscheidung stehen und wird oft bei Übergangsritualen geräuchert. Eine Holunderräucherung kann uns unterstützen unsere Ziele und Wünsche zu konkretisieren und realisieren. Er hilft an erlebtem zu wachsen und reifen und seinen Lebensweg besser zu sehen. Sein Duft hat eine schützende und heilende Wirkung und hilft in schwierigen und unklaren Momenten.